
Hamburg Nach Schüssen am Hamburger Steindamm: Haftstrafe für 28-Jährigen
Am Donnerstagvormittag ist vor dem Hamburger Landgericht ein Prozess um Schüsse auf dem Steindamm in St. Georg zuende gegangen. Eine Tat aus dem Milieu der Organisierten Kriminalität - und genau das hat die Vorsitzende Richterin thematisiert.
Erst Anfang der Woche hatte ein Prozess stattgefunden, in dem es um Schüsse auf dem Schulterblatt im Schanzenviertel ging. Es gebe in letzter Zeit oft Taten aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität, in dem ein "archaisches Wertesystem" vorherrscht, so die Richterin. In diesem Milieu gehe es nur um die Demonstration von Macht und es gelte das Recht des Stärkeren.
Haftstrafe von acht Jahren
Mit diesen Worten verurteilte sie einen 28-jährigen Mann zu acht Jahren Haft. Er hatte vor einem Jahr nachts auf dem Steindamm auf einen Mann geschossen, der musste notoperiert werden. Beide, Täter und Opfer, seien im kriminellen Milieu.
Opfer und Täter setzten sich ins Ausland ab
Das Opfer ist ein ehemaliger deutscher Jugendboxmeister. Er hatte noch am Tatort verletzt alle Zeuginnen und Zeugen beschworen, nicht mit der Polizei zu reden. Nach seiner Klinikentlassung hatte er sich ins Ausland abgesetzt.
Auch der Angeklagte war geflohen. Er wurde aber für den Prozess aus Thailand ausgeliefert. Er gesagte, er habe die Pistole nur zur Verteidigung gehabt, weil es auf dem Steindamm gefährlich sei. Dazu die Richterin: "Ja, da ist es gefährlich - wegen Leuten wie Ihnen".
Dieses Thema im Programm:
NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.04.2025 | 13:00 Uhr