
Hamburg Kind bei illegalem Autorennen getötet: Angeklagter gibt Raserei zu
Zwei Raser hatten im vergangenen Jahr in Billstedt einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Ein zweijähriger Junge kam dabei ums Leben, sein Zwillingsbruder überlebte schwer verletzt. Seit voriger Woche sind die beiden Raser wegen Mordes vor dem Hamburger Landgericht angeklagt.
Der 25-jährige Todesfahrer hat am Mittwoch ausgesagt. Er hat gestanden, dass er sich mit dem anderen Angeklagten ein Autorennen geliefert hatte, er selbst im Mercedes, der andere im Tesla. Die beiden hatten sich vorher in Wandsbek getroffen, es ging eigentlich um ein kleines Drogengeschäft.
Mit fast 180 Kilometern pro Stunde gerast
Auf der Fahrt Richtung Billstedt standen sie nebeneinander an einer Ampel. Da soll der Tesla-Fahrer seine Scheibe runtergefahren, die Musik laut aufgedreht und gerufen haben: "Mein Wagen hat 750 PS. Da hält Dein Scheiß-Auto nicht mit." Und los gings, mit fast 180 Kilometern pro Stunde über den Schiffbeker Weg. Der Angeklagte erzählte, dass der Tesla vor ihm plötzlich nach links ausgeschert sei.
Wagen kracht in Familienauto und tötet Zweijährigen
Da habe der Wagen der Mutter mit ihren beiden Kindern "wie eine Wand" vor ihm gestanden. Er konnte nicht mehr bremsen. Sein Wagen krachte in das Familienauto. Auch der Vater des getöteten Jungen hat im Gericht ausgesagt. Er sagte: Wegen Leuten, die aus Spaß ein Rennen gefahren sind, lebt mein Sohn nicht mehr.
22 weitere Verhandlungstage
Für den Prozess sind noch 22 weitere Verhandlungstage geplant. Selbst wenn die beiden Angeklagten nicht wegen Mordes verurteilt werden sollten, droht ihnen eine lange Haft. Auch auf ein illegales Autorennen mit Todesfolge stehen zehn Jahre Gefängnis.
Dieses Thema im Programm:
NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.04.2025 | 06:00 Uhr