Fernwärme-Rohre verlaufen durch Grünflächen.

Thüringen Hoher Informationsbedarf der Bürgermeister zur Wärmeplanung im Eichsfeld

Stand: 26.03.2025 18:05 Uhr

Bis 2028 sollen die Thüringer Kommunen Konzepte für nachhaltige Wärmenetze vorlegen. Bei einer Infoveranstaltung sprachen die Eichsfeldwerke mit Bürgermeistern aus dem Landkreis über Perspektiven und Möglichkeiten.

Von MDR THÜRINGEN

Bei einer Infoveranstaltung der Eichsfeldwerke haben rund 20 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister mit Energieexperten für Perspektiven der kommunalen Wärmeplanung gesprochen. Hintergrund ist, dass bis zum 30. Juni 2028 die Thüringer Kommunen Konzepte vorlegen sollen, wie sie ihr Wärmenetz nachhaltig betreiben wollen.

Die Wärmeversorgung soll lokaler organisiert werden, um Energieverluste zu vermeiden. Der Informationsbedarf der Bürgermeister war am Dienstag in Heilbad Heiligenstadt dementsprechend groß.

Ein Mann referiert zum Thema Kommunale Wärmeplanung vor mehreren Bürgermeistern

Bei einer Infoveranstaltung der Eichsfeldwerke informierten sich rund 20 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus der Region über Möglichkeiten der kommunalen Wärmeplanung.

Zudem gibt es seit Anfang 2024 keine Bundesförderung mehr für die kommunale Wärmeplanung. Die Kommunen haben daher einen Erstattungsanspruch gegenüber dem Land Thüringen. Aus dem "Thüringer Energiekrise- und Corona-Pandemie-Hilfsfonds" stehen dafür sieben Millionen Euro bereit. Weil die Bürgermeister wissen müssen, wofür das Geld verwendet werden darf, stehen die Eichsfeldwerke beratend zur Seite.

Wärmeversorgung soll langfristig kommunal organisiert werden

"Die Gemeinden haben die Verantwortung der planungsverantwortlichen Stellen und sind damit zunächst überfragt. Sie wenden sich mit expliziten Fragen an das Umweltministerium. Ausschreibungen müssen vorbereitet, Daten erfasst und zusammengetragen werden. Und dann noch der Prozess der Wärmeplanung an sich," sagte Erik Winter, Energieexperte der Eichsfeldwerke. Rund zwei Stunden lang beantwortete er Fragen zur kommunalen Wärmeplanung.

Ein Mann referiert zum Thema Kommunale Wärmeplanung vor mehreren Bürgermeistern

Rund zwei Stunden lang konnten die Interessierten Fragen stellen.

Die gute Nachricht: Es muss nicht alles sofort umgegraben und neu gebaut werden. Im ersten Schritt soll eine Bestandsanalyse durchgeführt werden: Wo entweicht Wärme? Gibt es ineffiziente Leitungen? Es soll zunächst analysiert werden, wie die aktuelle Wärmeversorgung in den Gemeinden aussieht.

Laut Jeffrey Ludwig vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz sind folgende Fragen wichtig: "Wie dicht ist die Besiedlung? Gibt es eine große Wärmeabnahme? Stehen viele Häuser auf einem Fleck, sodass ein Wärmenetz betrieben werden könnte?"

Mit einer sorgfältigen Planung sollen es den Kommunen so möglich gemacht werden, den Weg zu einer nachhaltigen und effizienten Wärmeversorgung erfolgreich zu beschreiten.

MDR (bvo/cfr)