
Schleswig-Holstein Tausende Polizisten in SH warten auf abhörsichere Smartphones
Die Digitalisierung der Landespolizei Schleswig-Holstein schreitet voran, aber langsam. Viele Beamte warten noch immer auf spezielle Diensthandys, die sichere Kommunikation im Einsatz ermöglichen sollen.
Seit fünf Jahren sind sie in Schleswig-Holstein im Einsatz, doch noch immer Mangelware: "Umopol-Handys", die für "ultramobile Polizeiarbeit" geeignet sind. Diese speziell geschützten Smartphones erlauben es den Beamten, über eine verschlüsselte Verbindung Sprach- und Textnachrichten auszutauschen, Einsatzberichte zu übermitteln und Foto- sowie Videodaten sicher weiterzuleiten. WhatsApp oder andere Messengerdienste sind für die Polizeiarbeit nicht zugelassen. Doch obwohl die ersten dieser Geräte bereits vor über fünf Jahren in den Dienststellen angekommen sind, fehlt noch immer ein erheblicher Teil der geplanten Ausstattung.
Noch 5.400 Geräte nicht ausgehändigt
Wie das Landespolizeiamt Schleswig-Holstein auf eine Anfrage des NDR mitteilte, sind derzeit etwa 3.600 dieser Spezialhandys im Einsatz. Für eine flächendeckende Ausstattung aller Polizeibeamten werden jedoch insgesamt 9.000 Geräte benötigt. Heißt: 5.400 Smartphones fehlen noch. Kritik an der schleppenden Umsetzung kommt von der Gewerkschaft der Polizei. Torsten Jäger, Landesvorsitzender der GdP, macht neben technischen Problemen auch finanzielle Hürden für die Verzögerung verantwortlich: "Technische Probleme und der Haushalt sorgen offensichtlich immer wieder dafür, dass noch viele Tausend Kolleginnen und Kollegen nicht ausgestattet sind und händeringend darauf warten." Gerade in einer Zeit, in der eine schnelle und sichere Kommunikation für die Polizeiarbeit entscheidend ist, sei eine derartige Verzögerung schwer nachvollziehbar.
Ende des Wartens in Sicht?
Die Landespolizei Schleswig-Holstein hat allerdings angekündigt, dass sich die Situation bald bessern soll. Laut ihren aktuellen Planungen soll die personengebundene Ausstattung mit den Umopol-Handys bis Ende 2025 abgeschlossen sein, erklärte ein Sprecher des Landespolizeiamtes. Als Gründe für die lange Umsetzungsdauer nennt er insbesondere die hohen Sicherheitsanforderungen an die Geräte. Da diese spezielle Anwendungen für die Polizeiarbeit enthalten und besonders gegen Abhörversuche geschützt sein müssen, sei eine stufenweise Einführung nötig gewesen. Die Pilotprojekte hätten zudem dazu beigetragen, die Technik kontinuierlich anzupassen und zu verbessern.
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.04.2025 | 17:00 Uhr