Ein Schild mit dem Niedersachsen-Wappen am Landgericht Braunschweig.

Niedersachsen Nach Messerattacke in Vechelde: 33-Jähriger steht vor Gericht

Stand: 03.04.2025 13:54 Uhr

Nach einem Messerangriff in Vechelde (Landkreis Peine) muss sich seit Mittwoch ein 33-Jähriger vor dem Landgericht Braunschweig verantworten. Er war laut Staatsanwaltschaft schuldunfähig.

Der Beschuldigte soll im Oktober vergangenen Jahres vier Menschen mit einem Messer angegriffen haben. Am Mittwoch begann der Prozess zunächst mit einigen Zeugenaussagen, wie eine Gerichtssprecherin am Donnerstag berichtete. Nach aktuellem Stand könnte ein Urteil Mitte Mai fallen. Weil die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass der 33-Jährige während der Tat schuldunfähig war, will sie ihn in einem psychiatrischen Krankenhaus unterbringen. Dort befinde sich der Mann bereits vorläufig, hieß es. Er muss sich wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen vor dem Gericht verantworten. Bereits kurz nach der Festnahme des Mannes im Oktober hatte die Polizei mitgeteilt, dass es bei ihm Hinweise auf eine psychische Erkrankung gebe.

Beschuldigter leidet offenbar an Schizophrenie

Laut Staatsanwaltschaft leidet der Beschuldigte seit mehreren Jahren an einer paranoiden halluzinatorischen Schizophrenie. Am Tag der Tat hatten sich den Angaben zufolge seine Nachbarn zum Laubkehren vor dem Haus getroffen. Der 33-Jährige sei davon überzeugt gewesen, dass seine Nachbarn für seinen Konsum von Cannabis, Amphetaminen und Alkohol verantwortlich seien. Zudem erklärten die Nachbarn dem Beschuldigten, von ihm gehörte Geräusche nicht zu hören. Das taten sie aus seiner Sicht, "um ihm das Gefühl zu geben, verrückt zu sein und ihn zu weiterem Suchtmittelkonsum zu drängen", so die Staatsanwaltschaft. Daraufhin griff er seine Nachbarn an, hieß es.

Nachbarn nacheinander mit Messer verletzt

Um seine Nachbarn nach Angaben der Staatsanwaltschaft "zu bestrafen und tödlich zu verletzen", habe der 33-Jährige zunächst einem Nachbarn mit einem Jagdmesser in den Rücken gestochen. Dieser konnte demnach weglaufen. Der Angreifer ging danach auf die Mutter des zuvor Verletzten los und stach ihr in die Schulter, so die Staatsanwaltschaft. Als die Frau bereits am Boden lag, habe ein weiterer Zeuge eingegriffen und versucht, den Angreifer mit einem Besen zu stoppen. Auch diesen verletzte der 33-Jährige und machte ihn "kampfunfähig", hieß es. Dann sei er erneut auf die am Boden liegende Frau losgegangen, bis der zunächst Kampfunfähige sich wieder aufgerichtet habe. Als der 33-Jährige aber sah, dass ein weiterer, "aus seiner Sicht bestrafungswürdiger", Nachbar versuchte, zu seiner Wohnung zu laufen, sei er diesem gefolgt und habe ihm zweimal in den Bauch gestochen. Der Verletzte habe es schließlich in seine Wohnung geschafft, um einen Notruf abzusetzen.

Beschuldigter ließ sich widerstandslos festnehmen

Im Laufe des Angriffs hatten sich den Angaben zufolge verschiedene Personen versammelt, die den Verletzten Hilfe leisteten und sie vor weiteren Angriffen abschirmten. Als die Rettungskräfte eintrafen, ließ sich der Beschuldigte laut Staatsanwaltschaft widerstandslos festnehmen.