Sven Köhler von Eintracht Braunschweig im Duell mit Ilyas Ansah vom SC Paderborn

Niedersachsen Beginn der Topspiel-Wochen - Eintracht Braunschweig erwartet Paderborn

Stand: 04.04.2025 08:20 Uhr

Für Eintracht Braunschweig beginnen heute mit der Partie gegen den SC Paderborn die "Topspiel-Wochen". Nach dem Duell mit den Ostwestfalen warten auf die abstiegsbedrohten Niedersachsen im HSV und 1. FC Kaiserslautern zwei weitere Aufstiegsanwärter. Nichts leichter als das für den BTSV - findet zumindest SCP-Coach Lukas Kwasniok.

Von Hanno Bode

Der 43-Jährige ist dafür bekannt, dass er sein Herz schon mal auf der Zunge trägt. Und so sagte der Trainer auf der Pressekonferenz vor der Begegnung heute Abend (18.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) über seinen Videoanalysten Eduard Schmidt: "Wir haben mit ihm einen richtigen Freak an unserer Seite, der Daten als seine persönlichen Freunde betiteln kann." Klang nur bedingt nach einem Kompliment, war aber von Kwasniok genau so gemeint.

Denn jener Schmidt hat die bisherigen Braunschweiger Auftritt akribisch seziert und ist dabei zu seinem Ergebnis gekommen, das beim Blick auf die Tabelle für Erstaunen sorgt. "Er hat uns schon klar gemacht, dass es einen großen Unterschied gibt, ob Braunschweig gegen Mannschaften aus der unteren Hälfte oder aus der oberen Hälfte spielt. Sie sind mit Abstand die beste Mannschaft, was das Umschaltspiel angeht gegen die Top neun, sie kreieren da die meisten Großchancen", erklärte der Coach der Ostwestfalen.

Auch dank "Freak" Schmidt weiß Kwasniok nun, dass es vielleicht nicht die beste Herangehensweise gegen die "Löwen" ist, auf Teufel komm raus zu stürmen. Ob der Liebhaber des kompromisslosen Angriffsfußballs deshalb gegen den Tabellen-16. auf kontrollierte Offensive setzen wird? Es bleibt abzuwarten.

Beide Teams unter enormem Zugzwang

Klar ist indes, dass beide Teams eigentlich zum Siegen verdammt sind. "Für Braunschweig geht es um alles, für uns geht es um alles. Es wird sicherlich ein heikles Spiel werden", brachte Kwasniok die Ausgangslage auf den Punkt. Während er mit seinen Paderbornern um den Aufstieg kämpft, geht es für die Eintracht um die sportliche Existenz.

"Für Braunschweig geht es um alles, für uns geht es um alles. Es wird sicherlich ein heikles Spiel werden."
— Paderborn-Coach Lukas Kwasniok

Es dürfte also knistern in Braunschweigs Fußball-Tempel. Zumal Flutlichtspiele immer eine besondere Atmosphäre haben. Oder wie es Paderborns Coach sagte: "Freitagabend ist immer sexy."

Braunschweig und der Freitagabend - keine Liebensbeziehung

Das trifft im Falle des BTSV allerdings - rein ergebnistechnisch - nur bedingt zu. Denn lediglich einer der bisher insgesamt fünf Saisonsiege gelang an einem Freitagabend. Am 8. November siegten die "Löwen" überraschend mit 3:1 gegen den HSV.

Also gegen jenes Team, bei dem die Eintracht dann am übernächsten Spieltag gastiert. Gespielt wird übrigens auch in Hamburg an einem Freitagabend (11. April, 18.30 Uhr). Ein gutes Omen? Vielleicht. Derzeit aber noch kein Thema bei den Niedersachsen. Ihre ganze Aufmerksamkeit gilt dem Duell mit Paderborn.

Kessel: "Die Jungs sind fokussiert und brennen nach wie vor"

"Ich beschäftige mich gerade überhaupt nicht mit den sechs Spielen, die nach Paderborn kommen. Wir schauen nur darauf, wie wir am Freitag gewinnen können. Wir haben noch vier Heimspiele. Wichtig wird sein, dass wir die Heimspiele gewinnen. Das wird die Basis sein", sagte Sport-Geschäftsführer Benjamin Kessel im Interview mit der "Braunschweiger Zeitung".

Der langjährige BTSV-Profi blickt dem Duell mit den Ostwestfalen trotz fünf sieglosen Partien in Folge optimistisch entgegen: "Die Jungs wollen. Sie sind fokussiert und brennen nach wie vor." In dieselbe Kerbe schlug am Donnerstag auch Coach Daniel Scherning. "Was wir brauchen, ist der Glaube daran, dass wir in der Lage sind, in unserem Stadion dieses Spiel zu gewinnen. Die Basis wird eine sehr gute Leistung von uns sein. Aber wir sind in der Lage, die abzurufen", sagte der frühere Paderborner Co-Trainer.

Zu viele Gegentreffer, zu wenig eigene Tore

Am nötigen Einsatzwillen mangelte es den "Löwen" mit wenigen Ausnahmen wie dem "Totalausfall" (Kessel) gegen Hertha BSC (1:5) selten. Doch die chronische defensive Anfälligkeit gepaart mit der Sturmschwäche haben dafür gesorgt, dass der Braunschweiger Wunsch nach seiner sorgenfreie Saison nicht in Erfüllung gegangen ist.

Damit nicht das schlimmste Szenario, der Abstieg, eintritt, muss die Eintracht nun gegen Paderborn und im Anschluss gegen den HSV und Kaiserslautern punkten, um die Chance auf den direkten Klassenerhalt zu wahren. Das große Problem aber ist, dass es mit dem Selbstbewusstsein der Spieler vor Beginn der "Crunchtime" in Anbetracht von nur fünf Saisonsiegen naturgemäß nicht gut bestellt ist.

Dessen ist sich auch Kessel bewusst. Aber der Manager hofft und glaubt, dass die Mannschaft mit viel Willen die Wende zum Guten schaffen kann. "Dieses Gefühl des Siegens ist etwas Besonderes. Das haben wir erst fünf Mal gehabt. Das ist definitiv zu wenig. Wir arbeiten hart daran, dass noch ein paar Erfolge dazukommen."

Mögliche Aufstellungen:

Eintracht Braunschweig: Hoffmann - Rittmüller, Jaeckel, Nikolaou, Di Michele Sanchez -Köhler, Kaufmann, Tempelmann, Marie - Tachie, Polter
SC Paderborn: Riemann - Scheller, Götze, Hoffmeier - Obermair, Castaneda, Bilbija, Zehnter, Mehlem - Terho, Ansah

Dieses Thema im Programm:
NDR 2 Sport | 04.04.2025 | 23:03 Uhr