
Brandenburg Berlin US-Zölle und mögliche Gegenzölle: Welche Waren aus den USA bald teurer werden könnten
US-Präsident Donald Trump hat neue Handelszölle gegen Dutzende Länder verhängt. Es wird erwartet, dass die Europäische Union mit Gegenmaßnahmen reagiert. Was könnte dann teurer werden? Welche häufig gekauften Waren sind "Made in USA"? Von Yasser Speck
Der amerikanische Präsident Donald Trump hat Handelszölle gegen Länder weltweit erlassen. Waren, die aus der Europäischen Union in die Vereinigten Staaten exportiert werden, werden nun mit einem Zoll in Höhe von 20 Prozent belegt [tagesschau.de].
Die Europäische Union hat noch nicht reagiert - bereitet aber bereits Gegenmaßnahmen vor. Das könnten Zölle auf amerikanische Waren sein. Doch welche Waren importiert die EU aus den Vereinigten Staaten eigentlich?
Harley Davidson und Whiskey
Klassische amerikanische Waren, die in Europa bekannt und beliebt sind, sind zum Beispiel die Motorräder der Marke Harley Davidson oder Whiskey von Jack Daniels. Beide Marken stehen sinnbildlich für die USA wie kaum andere.
"Das sind Produkte, die immer wieder genannt werden, wenn man über Gegenzölle der EU spricht", erklärt Wirtschaftswissenschaftler Georg Stadtmann von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Diese Produkte könnten, wenn die EU Gegenzölle erhebt, für Verbraucher teurer werden.

Pharmazeutika aus den USA
Deutschland importiert aber auch viele Arzneimittel im Ausland - am meisten aus den USA. Im Jahr 2023 kaufte Deutschland Pharmazeutika aus den USA im Wert von rund 12 Milliarden Euro. Diese landen dann auch in Berlin und Brandenburg in den Apotheken und Praxen.
Neue Zölle könnten aus den USA importierte Medikamente für die Verbraucher teurer machen. Die Unternehmen geben solche Zölle meist an die Verbraucher weiter, indem sie die Preise für die Waren erhöhen.
Zölle möglich auch auf Dienstleistungen
Wirtschaftswissenschaftler Stadtmann von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder kann sich außerdem vorstellen, dass es Zölle gegen Service-Dienstleistungen aus den USA geben könnte. "Das würde bedeuten, dass wenn ein iPhone-Update stattfinden soll, dass dafür eine Steuer fällig werden würde", erklärt Stadtmann solche Zölle. Als Beispiele nennt er auch Steuern auf Google- oder Facebook-Dienste. Mit solchen Gegenmaßnahmen könnte die Europäische Union Firmen aus den USA empfindlich treffen.
Aufruf zu Boykott amerikanischer Produkte
In Internetforen rufen Bürgerinnen und Bürger aus der EU inzwischen auch zum Boykott US-amerikanischer Supermarkt-Produkte auf, um die europäische Wirtschaft zu stärken. So zum Beispiel auf der Plattform Reddit: Dort findet sich eine Gruppe mit dem Namen "Buy from EU" (deutsch: "Kauft von der EU") mit über 200.000 Mitgliedern. Dort werden beispielsweise Fotos von Chips-Packungen von US-Herstellern gezeigt, um kenntlich zu machen, welche Waren aus den USA kommen und so Kundinnen und Kunden vom Kauf abhalten. Solch ein Boykott könnte - wenn er denn flächendeckend gemacht würde - durchaus Auswirkungen auf amerikanische Unternehmen haben. Doch nicht jeder Boykott entfaltet diese Wirkung.
Der Wirtschaftswissenschaftler Stadtmann sieht in manchen Boykott-Aufrufen einen eher symbolischen Akt, denn: "Das Konzentrat für die Coca-Cola, die bei uns verkauft wird, wird in Deutschland hergestellt und produziert", erklärt er. "Ein Boykott hätte also keine Auswirkungen auf Zölle. Boykottiere ich den McDonalds um die Ecke, dann trifft das ein deutsches Unternehmen und deutsche Mitarbeiter, da es ein Franchise-Unternehmen ist."

Antwort der EU steht noch aus
Die Europäische Union hat bislang noch nicht mit Gegenmaßnahmen auf die Zölle aus den USA reagiert. Wann und ob es dazu kommt, ist noch offen. "Nur dann, wenn Gegenmaßnahmen der EU getroffen werden, dann werden die amerikanischen Produkte teurer werden", betont Wirtschaftswissenschaftler Stadtmann.
Er kritisiert, dass es überhaupt so weit gekommen ist. "Man hätte als EU auch proaktiv Zölle senken können", sagt er: "Um ein Signal in die USA zu senden und nicht in diese Spirale zu kommen."
Sendung: rbb24 Abendschau, 03.04.2025, 19:30 Uhr.