
Berlin Tödlicher Messerangriff auf Frau in Berlin-Friedrichsfelde: Ex-Partner vor Gericht
Rund sieben Monate nach einem tödlichen Messerangriff auf eine 28-Jährige hat der Prozess gegen ihren Ex-Partner vor dem Berliner Landgericht begonnen. Der 46-Jährige soll die Frau aus "massiver Eifersucht" und "übersteigertem Besitzdenken" erstochen haben. Die Verteidiger erklärten zu Beginn des Prozesses, der Angeklagte werde sich zunächst nicht äußern.
Die Staatsanwaltschaft geht von einem Femizid aus. Femizid bedeutet, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden - also weil sie Frauen sind. Der türkische Staatsangehörige sei nicht bereit gewesen zu akzeptieren, "dass sie ein Leben ohne ihn führen könnte und sich einem anderen Mann zuwenden könnte", heißt es in der Anklage. Er habe die Frau aus niedrigen Beweggründen getötet.
Die 28-jährige Griechin, die gemeinsam mit ihren Kindern in Berlin-Friedrichsfelde wohnte, und der Angeklagte sollen rund zwei Jahre lang ein Paar gewesen sein. Im Mai 2024 habe sich die Frau von dem 46-Jährigen getrennt, heißt es in der Anklage. Dennoch sei er unvermittelt vor ihrem Wohnhaus aufgetaucht. Nachdem er sie mit einem anderen Mann gesehen habe, soll er den Entschluss gefasst haben, sie zu töten.
Vor der Haustür abgefangen und angegriffen
Die Kinder der 28-Jährigen waren nicht zu Hause, als sie am Abend des 30. August 2024 ihre Wohnung im zweiten Stock verließ. Vor ihrer Haustür sei sie angegriffen worden, heißt es weiter in der Anklage. Der 46-Jährige habe mit einem Messer in Tötungsabsicht auf sie eingestochen. Nachbarn hätten die Polizei und Rettungskräfte alarmiert. Die Frau starb kurze Zeit später in einem Krankenhaus.

Noch am selben Tag wurde der 46-Jährige etwa zwei Kilometer vom Tatort entfernt festgenommen. Der Vater von vier Kindern befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.
Der Bruder der Getöteten saß zu Prozessbeginn als Nebenkläger mit im Gerichtssaal. Seine Anwältin sagte am Rande, nach der Trennung habe der Angeklagte seiner Ex-Partnerin immer wieder nachgestellt. Die Frau hatte mehrmals Anzeige erstattet und die Polizei hatte gegen den Mann sogenannte Wegweisungen ausgesprochen. Trennungsgrund sei unter anderem gewesen, dass er die Frau kontrollieren wollte. Der Prozess wird am 23. April fortgesetzt.
Sendung: rbb24 Abenschau, 03.04.2025, 19:30 Uhr