
Berlin Schlechter Zustand: Drogenkonsumräume in Berlin häufig ungeplant geschlossen
Die Drogenkonsumräume in Berlin waren im Jahr 2023 häufig ungeplant geschlossen. Das hat eine Recherche des Y-Kollektiv-Podcasts der ARD ergeben.
Besonders häufig betroffen war die Kontaktstelle Kottbusser Tor in Kreuzberg, die nur an rund der Hälfte der geplanten 365 Tage geöffnet war (185 Tage). Laut Senatsverwaltung für Gesundheit sind Probleme mit der Immobilie der Hauptgrund für die Schließungen. "Das liegt daran, dass diese Immobilie in keinem guten Zustand ist. Es gibt häufig Wasserschäden und Probleme mit Schädlingsbefall", sagte Landessuchtbeauftragte Heide Mutter in dem Podcast.
Fünf stationäre und drei mobile Konsumräume
Auch die Kontakt- und Anlaufstelle Druckausgleich in Neukölln war oft geschlossen - sie hatte nur an 193 von 260 geplanten Tagen geöffnet.
In Berlin gibt es fünf stationäre und drei mobile Drogenkonsumräume. 2023 konnte keine der acht Einrichtungen an allen geplanten Tagen öffnen.
Laut Heide Mutter könnten die häufigen Schließtage ein Mitgrund sein, dass der Konsum im öffentlichen Raum sichtbarer wird: "Der Konsum wird dann höchstwahrscheinlich an einer anderen Stelle im Raum oder im öffentlichen Raum stattfinden."
Neue Räumlichkeiten schwer zu finden
Der Träger Fixpunkt GmbH, der mehrere Konsumräume in Berlin betreibt, bestätigt, dass es schwierig sei, geeignete und bezahlbare Immobilien für solche Einrichtungen zu finden. Viele private Vermieter und Wohnungsbaugesellschaften lehnen Drogenkonsumräume in ihren Gebäuden ab. Daher sei man froh über jeden bestehenden Standort - auch wenn die Immobilien nicht in optimalem Zustand seien.
Die Situation mit den ungeplanten Schließtagen habe sich 2024 bereits verbessert, so der Träger Fixpunkt GmbH. Konkrete Zahlen liegen laut der Senatsverwaltung für Gesundheit jedoch noch nicht vor.
Sendung: rbb24 Inforadio, 03.04.2025, 15 Uhr