
Abschiebung nach Afghanistan Pakistan nimmt Hunderte Flüchtlinge fest
Pakistan weitet die umstrittene Abschiebung afghanischer Geflüchteter aus. Hunderte wurden von Polizeikräften zunächst in Abschiebezentren und von dort dann zur Grenze gebracht.
Nach dem Ablauf einer Frist zur freiwilligen Ausreise aus Pakistan haben lokale Behörden begonnen, afghanische Flüchtlinge festzunehmen. Ein Vertreter des Innenministeriums sagte, dass die Polizei nun in den Städten lebende Afghanen in Abschiebezentren festsetze und sie dann an die Grenze bringe. Alleine heute wurden mehrere hundert Afghanen festgenommen. Dem Innenministerium zufolge wurden 54 Abschiebezentren in mehreren Teilen des Landes errichtet.
Pakistan hatte Anfang März angekündigt, deutlich mehr afghanische Geflüchtete auszuweisen. Ein Teil der registrierten Flüchtlinge wurde aufgefordert, das Land bis Ende März freiwillig zu verlassen - sonst drohe die Abschiebung. Langfristig will die pakistanische Regierung nach eigenen Angaben drei Millionen Afghaninnen und Afghanen aus dem Land bringen.
Afghanen seit Jahrzehnten in Pakistan
Seit Jahrzehnten suchen Millionen von Afghanen Schutz vor Krieg und Konflikten im benachbarten Pakistan. Nach der erneuten Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan im Sommer 2021 flohen Zehntausende aus Angst vor Racheakten der Islamisten in das Nachbarland.
Pakistan hatte im November 2023 mit der Massenabschiebung unregistrierter afghanischer Flüchtlinge begonnen. Seitdem haben nach offiziellen Angaben mehr als 800.000 Afghanen Pakistan verlassen. Die Kampagne richtete sich zunächst gegen Flüchtlinge, die sich illegal im Land aufhalten. Die pakistanische Regierung hat jedoch bereits angekündigt, das künftig auch registrierte Flüchtlinge ausgewiesen werden sollen.