
7.000 Betroffene Los Angeles zahlt Milliarden an Missbrauchsopfer
Über Jahrzehnte wurden in Jugendanstalten und Kinderheimen in Los Angeles Minderjährige sexuell missbraucht. Nun will die Stadt den etwa 7.000 Opfern insgesamt vier Milliarden Dollar an Entschädigung zahlen.
In einem Mammut-Vergleich hat die Stadt Los Angeles eingewilligt, vier Milliarden Dollar an Opfer von sexuellem Missbrauch in Jugendanstalten und Kinderheimen zu zahlen. Es gehe um fast 7.000 Fälle, die sich seit 1959 ereignet haben, berichtete die Los Angeles Times. Die Zeitung sprach von einer beispiellosen Einigung.
Nachdem 2020 mit einem neuen Gesetz die Verjährungsfrist gelockert worden war, hatten sich Tausende Männer und Frauen gemeldet und von ihrem Missbrauch in dem Jugendsystem berichtet. Als besonders schlimm galt das von Klägern als Horrorhaus beschriebene Heim MacLaren Children’s Center. Hier gab es laut einer Untersuchung jahrzehntelang keine Überprüfung auf einen kriminellen Hintergrund der Mitarbeiter, wie die Zeitung berichtet.
Noch weitere Hürden
Bei der Verkündung sprach ein Vertreter der Stadt laut dem Sender CBS von einer historischen Einigung. Sie muss jetzt noch zunächst von einem Schadenregulierungsausschuss und dann Ende April von einem Aufsichtsgremium geprüft werden.
Für das finanziell ohnehin angeschlagene Los Angeles County ist es nach dem Bericht der Zeitung eine riesige Bürde und nur mit massiven Einsparungen zu schaffen. Der Bezirk muss bereits mit Mittelkürzungen aus Washington durch die Regierung von US-Präsident Donald Trump rechnen. Dazu kommen die Kosten für die Bewältigung der verheerenden Flächenbrände in und um Los Angeles Anfang des Jahres.