
Sachsen Lausitz soll Europas erste Modellregion für saubere Industrie werden
Windräder und Solarparks anstelle von Kohlekraftwerken ist die politisch geplante Zukunft für die Lausitz. Dafür arbeiten Sachsen und Brandenburg eng zusammen. In Brüssel beantragen beide Länder nun eine Sonderwirtschaftszone, um Investoren für saubere Industrien anzulocken. Sachsens EU-Abgeordneter Matthias Ecke (SPD) zeigte sich im Gespräch mit MDR SACHSEN optimistisch, dass die Lausitz damit punktet.
Die Lausitz will europaweit Vorreiter werden in Sachen erneuerbare Energien. Ziel ist es, 100 Prozent emmissionsarm zu produzieren. Dafür steht das Europäische Pionierprojekt "Zero Net Valley". Ein Konzept haben am Dienstagabend Vertreter aus Sachsen und Brandenburg symbolisch bei der EU-Kommission in Brüssel präsentiert. Wie Sachsens Europaabgeordneter Matthias Ecke MDR SACHSEN sagte, ging es darin nicht nur um die Produktion von "Grünem Strom".
Lausitz als Hotspot für saubere Technologien
Ecke zufolge hat die Lausitz auch bei der Herstellung von Solarzellen, Windkraftanlagen, Elektrolyseure, Batteriespeicher oder Innovationen für die Stromnetze einiges zu bieten. Der angestrebte Status als "Net Zero Valley Europas" sei ein "Beschleunigungspedal" für diese sauberen Technologien. Dafür könne die Lausitz einer der Hotspots werden. "Niemand in Europa ist so schnell auf den Weg gegangen wie die Lausitz."

In Schipkau in der brandenburgischen Lausitz soll die höchste Windkraftanlage der Welt ab Sommer 2025 Energie liefern. Eine Firma aus Dresden ist Entwickler.
Ecke ist optimistisch, dass die Lausitz ihr Ziel erreicht und zur EU-Modellregion wird. Bei der geplanten Sonderwirtschaftszone geht es jedoch nicht um Steuererleichterungen oder schlechtere Arbeitsbedingungen, betonte der SPD-Politiker.
Die Lausitz hat ein Konzept entwickelt, wie sie das erste Net Zero Valley Europas werden kann. Das ist quasi ein Beschleunigungspedal für die sauberen Technologien. Matthias Ecke (SPD) | Europaabgeordneter für Sachsen
Das plant die Lausitz für ihre Modellregion
- Vereinfachte Verwaltung
- Schnellere Genehmigungsprozesse
- Einrichtung einer Sonderwirtschaftszone
- Konzentrierte und kombinierte EU-Fördersätze
- Aus- und Weiterbildung für Fachkräfte umweltfreundlicher "Netto-Null"-Technologien
Quelle: MDR SACHSEN, Sächsisches Wirtschaftsministerium

Drei Kühltürme des stillgelegten Kraftwerks Boxberg II in der Lausitz wurden Ende 2024 gesprengt. Sie machen Platz für eine Gigawattfactory für erneuerbare Energien. (Archivbild)
Umweltprüfungen sind gestartet
Wie Sachsens Wirtschaftsministerium mitteilte, haben Sachsen und Brandenburg mit den für die Ausweisung der Modellregion notwendigen Umweltprüfungen begonnen. Dieser Prozess werde sich noch über den Sommer 2025 hinziehen.
MDR (wim/mhi/Matthias Reiche)/dpa,epd