Abgetrennter Finger - Macheten-Überfall

Sachsen Chemnitz: Mutmaßlicher Neonazi muss wegen erfundenem Machetenangriff zahlen

Stand: 09.03.2025 17:30 Uhr

Ein 29-Jähriger aus Chemnitz muss für einen erfundenen Machetenangriff 4.500 Euro Strafe zahlen. Das geht aus einer Entscheidung des Amtsgerichts Chemnitz hervor.

Von MDR SACHSEN

Wegen eines erfundenen Machetenangriffs in Chemnitz muss ein mutmaßlich Rechtsextremer 4.500 Euro Strafe zahlen. Das teilte die Staatsanwaltschaft Chemnitz auf dpa-Anfrage mit. Der Mann habe den Strafbefehl wegen Vortäuschens einer Straftat akzeptiert, sodass die Entscheidung bereits rechskräftig sei. Der mehrfach vorbestrafte Mann war aus Nordrhein-Westfalen nach Chemnitz gezogen. Dort hatte sich der damals 29-Jährige im August 2023 mit einer verstümmelten Hand bei der Polizei gemeldet.

Abgetrennter Finger - Macheten-Überfall

Alexander W. war am ersten Verhandlungstag als Zeuge geladen. Er verweigerte jedoch die Aussage, weil bereits ein Verfahren wegen Vortäuschens einer Straftat gegen ihn lief.

Angriff von Linksextremen war ausgedacht

Das vermeintliche Opfer gab bei der Polizei an, es sei von Linksextremen in einem Park mit einer Machete attackiert worden. Ihm seien mehrere Finger abgeschlagen worden. Auch im Telegram-Kanal der rechtsextremen "Freien Sachsen" wurde diese Geschichte verbreitet. Den Ermittlungen zufolge gab jedoch es keinen Angriff von Linksextremen.

Komplize zu Haftstrafe verurteilt

Der Komplize war im Dezember vom Landgericht Chemnitz zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Das Urteil sei inzwischen rechtskräftig, da keine Rechtsmittel eingelegt wurden, erklärte eine Gerichtssprecherin auf Anfrage. In dem Prozess war das vermeintliche Opfer als Zeuge geladen, hatte aber die Aussage verweigert.

MDR (sth)/dpa