
Sachsen Beschäftigungsquote von Frauen in Sachsen am höchsten
Alle Jahre wieder wird am 8. März zum Internationalen Frauentag an die Rechte von Frauen erinnert. Auch in Sachsen ist eine völlige Gleichstellung von Mann und Frau noch nicht vollzogen. Frauen sind inzwischen zwar im Schnitt besser gebildet, arbeiten aber immer noch seltener in Führungspositionen als Männer. Dabei sind nirgendwo in Deutschland anteilsmäßig so viele Frauen beschäftigt wie in Sachsen. Mehr als die Hälfte davon arbeiten in Teilzeit.
Sie leben im Schnitt länger, sind besser gebildet, arbeiten aber häufig in Teilzeit und seltener in Führungspositionen als Männer. Am 31. Dezember 2023 lebten laut Statistischem Landesamt rund 2,06 Millionen Frauen und Mädchen in Sachsen, das waren 51 Prozent der sächsischen Bevölkerung.
Rund 783.000 der 1,2 Millionen Frauen im erwerbsfähigen Alter arbeiten sozialversicherungspflichtig, wie die Bundesagentur für Arbeit in Sachsen mitteilte. Damit ist die Beschäftigungsquote von Frauen in Sachsen mit 64,6 Prozent bundesweit am höchsten. Arbeitsagentur-Chef Klaus-Peter Hansen erklärt das so: "Ein Grund für die hohe Beschäftigungsquote im Vergleich zu den anderen Regionen liegt vor allem an der traditionell hohen Erwerbsneigung der Frauen in Sachsen".

Im bundesweiten Vergleich liegen die Ost-Länder bei der Beschäftigungsquote von Frauen auf den Spitzenplätzen.
Ost-Länder bei Frauenbeschäftigung vorn
Im bundesweiten Vergleich liegen die Ost-Länder bei der Beschäftigungsquote auf den Spitzenplätzen. Hinter Sachsen auf Platz eins folgen Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Die geringsten Beschäftigungsquoten gibt es in Bremen, im Saarland und in Nordrhein-Westfalen. Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Beschäftigungsquote der Frauen bei 58,9 Prozent.
Im langjährigen Vergleich ist die Quote in Sachsen den Angaben nach deutlich gestiegen. Seit 2014 gab es ein Plus von etwa 5 Prozentpunkten. Am höchsten ist der Anteil arbeitender Frauen im Landkreis Sächsische Schweiz Osterzgebirge (68,1 Prozent), am niedrigsten in Chemnitz und Leipzig (jeweils 60,8 Prozent).

Die Unterschiede innerhalb Sachsens sind laut Bundesagentur auf die verschiedenen Wirtschaftsstrukturen zurückzuführen. In Städten mit Universitätsstandorten und Ausbildungszentren (Bildungseinrichtungen) sind die Beschäftigungsquoten geringer, weil dort vergleichsweise mehr junge Frauen (Studentinnen) leben, die jedoch keiner sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen.
Auffällig sei, dass viele Frauen in Teilzeit arbeiten (54 Prozent der beschäftigten Frauen) und im Vergleich zu männlichen Kollegen seltener Führungsaufgaben übernehmen (35 Prozent auf der ersten Führungsebene - die unterste Managementebene).
Floristik | 97,4 |
Arzt- und Praxishilfe | 96,3 |
Verkauf Medizinbedarf | 93,7 |
Hauswirtschaft und Verbraucherberatung | 91,7 |
Körperpflege | 91,5 |
Pharmazie | 88,9 |
Verkauf von Lebensmitteln | 86,4 |
Medizinisches Laboratorium | 85,9 |
Nicht ärztliche Therapie und Heilkunde | 84,5 |
Psychologie, nichtärztl. Psychotherapie | 82,7 |
Anteil von Ärztinnen in Führungspositionen in Sachsen gering
Auch die leitende Ärzteschaft in Sachsen ist noch immer männlich dominiert. Aktuell sind knapp ein Sechstel (16,5 Prozent) der Führungskräfte in Krankenhäusern Frauen, wie die Landesärztekammer in Dresden mitteilte. Demnach haben in den Kliniken des Freistaates 119 Ärztinnen eine leitende Position und 602 Ärzte.
Der Frauenanteil in der berufstätigen Ärzteschaft insgesamt indes liegt derzeit bei 54,7 Prozent – 11.034 Medizinerinnen stehen 9.146 männliche Kollegen gegenüber.

Während das Verhältnis sich in Kliniken in etwa die Waage hält, gibt es im Praxisbereich mehr Ärztinnen als Ärzte.
Sachsens Frauen holen an Schulen und Unis auf
Der Anteil von Studentinnen und Professorinnen an sächsischen Universitäten ist in den vergangenen Jahren dagegen gewachsen. Laut Statistischem Landesamt stieg der Frauenanteil unter den hauptberuflichen Professorinnen und Professoren von knapp einem Fünftel (19,4 Prozent) Ende 2013 auf gut ein Viertel (26,2 Prozent) Ende 2023.

Der Frauenanteil an sächsischen Hochschulen ist in den vergangenen Jahren gewachsen.
Der Anteil der Frauen unter den Studierenden erhöhte sich demnach vom Wintersemester 2013/14 zum Wintersemester 2023/24 von 44,7 Prozent auf 49,6 Prozent. Auch der Anteil weiblicher Absolventinnen mit allgemeiner Hochschulreife an allgemeinbildenden Schulen und Schulen des zweiten Bildungsweges stieg leicht auf 54,4 Prozent zum Abschlussjahr 2023.
MDR (kbe)dpa/epd