
Rheinland-Pfalz Neuer Test der Universitätsmedizin Mainz für Post Covid
Hoffnung für viele Patienten: Die Universitätsmedizin Mainz hat einen Test entwickelt, mit dem Ärzte fast sicher Post Covid ausschließen können. Er funktioniert mit KI.
Viele Menschen leiden unter Beschwerden, die möglicherweise auf eine mehrere Monate zurückliegende Covid-Erkrankung zurückzuführen sind. Die Suche nach der tatsächlichen Ursache ist schwierig, könnte aber mit dem neuen Test der Unimedizin Mainz deutlich schneller gehen. Er basiert auf der Abfrage von 21 typischen Langzeitsymptomen der Krankheit.
Ärztinnen oder Ärzte fragen Patientinnen oder Patienten, welche dieser Symptome sie haben. Mittels KI wurden die Symptome so ausgewählt, dass sie zwischen Personen mit und ohne vorherige Covid-Infektion unterscheiden. Der Test errechnet dann daraus binnen kürzester Zeit, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Symptome auf Post Covid zurückgehen.
Test kann verlässlich Post Covid ausschließen
Allerdings ist der Test nur dann verlässlich, wenn jemand KEIN Post Covid hat. Er kann die Krankheit nämlich fast sicher ausschließen. Der Test kann keine Aussage darüber treffen, ob jemand Post Covid hat. "Es kann nämlich auch jemand unter diesen Symptomen leiden, der kein Post Covid hat", erklärt Philipp Wild. Er ist der verantwortliche Kardiologe an der Unimedizin.
Der Test kann einfach und schnell im Praxisalltag angewendet werden. Prof. Dr. Philipp Wild, Kardiologe Universitätsmedizin Mainz
Die Diagnose von Post Covid ist nach Angaben der Universitätsmedizin sehr aufwändig und teuer und funktioniert aktuell nur per Ausschlussverfahren. So müssen Ärzte bei Verdacht auf die Krankheit "alle anderen Erkrankungen, die potentiell zu diesen Beschwerden führen, ausschließen, bevor wir die Diagnose stellen können", so Wild. Die Betroffenen müssten zu vielen Ärzten und entsprechend lange warten, bis man ihnen helfen könne.
Der Test kann diese Diagnose nun verkürzen, Ärztinnen und Ärzte ihren Fokus auf andere Ursachen legen. Wild zu Folge ist der Test auf Hausärztinnen und Hausärzte zugeschnitten, die ihn "einfach und schnell im Praxisalltag" anwenden könnten.
942 Probanden haben Daten für Test geliefert
Die Datenbank haben die Forscher aus 942 Probanden gebildet. Sie gehören zu insgesamt rund 10.000 Menschen, die an der COVID-19-Studie der Universitätsmedizin Mainz teilgenommen haben. Unter den Probanden waren nur Erwachsene, weshalb der Test nur bei ihnen anwendbar ist.
Das Forscherteam um Philipp Wild hofft, dass der Test demnächst auf den Markt gebracht werden kann. Trotz seiner Verlässlichkeit ist er aber wohl kein Allheilmittel. "Der Test ist hilfreich, sollte aber nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage verwendet werden", so Wild.
Sendung am Mi., 2.4.2025 10:00 Uhr, SWR4 am Vormittag, SWR4