In Landau gibt es Streit um geplante Umbenennungen von Straßen

Rheinland-Pfalz Landau: Zusatzschilder für umstrittene Straßennamen

Stand: 02.04.2025 17:55 Uhr

In Landau bekommen drei Straßen Zusatzschilder, die darauf hinweisen sollen, dass die Namensgeber Verbindungen zum Nationalsozialismus hatten. Das hat der Stadtrat am Dienstag entschieden – einstimmig.

Damit endet das Kapitel Hindenburgstraße, Kohl-Larsen-Straße und Hans-Stempel-Straße in Landau mit ungewohnter Einigkeit. Mehrfach hatte der Landauer Stadtrat das Thema diskutiert und schließlich für eine komplette Umbenennung der Straßen gestimmt. Dann formierte sich eine Bürgerinitiative gegen die Umbenennung und setzte einen Bürgerentscheid durch. Die Stadt konterte mit einer Plakatkampagne, es wurde über Wochen und Monate diskutiert und gestritten, und schließlich verliefen die Frontlinien nicht nur durch Parteien, sondern auch über Familienesstische.

In Landau gibt es Streit um geplante Umbenennungen von Straßen

So stellt sich die Bürgerinitiative die Lösung für das Problem der umstrittenen Straßennamen in Landau vor

Bürgerentscheid mit eindeutigem Ergebnis

Im Februar stimmte im Bürgerentscheid eine Mehrheit der Landauer dafür, dass die Straßen doch nicht umbenannt werden. Stattdessen soll es also nun Schilder mit "erläuternden Hinweisen" geben, wie es im entsprechenden Antrag heißt, der am Dienstag durch den Stadtrat ging. Eine ähnliche Lösung wurde 2023 in Bad Dürkheim gefunden. Die Landauer Verwaltung wird sich nun an einen ersten Textentwurf machen. Auch ein QR-Code ist im Gespräch, über den Interessierte im Netz an weitere Informationen kommen können.

Warum sind die Straßennamen umstritten

Die Straßen, um die es geht, sind die Hindenburgstraße, die Kohl-Larsen- und die Hans-Stempel-Straße. Alle drei Namensgeber gelten als historisch belastet, weil sie Verbindungen zum Nationalsozialismus hatten. Das Stadtarchiv Landau hatte dem Stadtrat 2022 einen Prüfbericht vorgelegt und kam damals zu dem Schluss, dass "der politische Lebenslauf der Personen als erheblich oder teilweise belastet" einzuordnen ist. Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU) kommentierte das Ergebnis des Bürgerbescheids im Februar: "Ich glaube, dass viele gar nicht wissen, was diese drei Personen alles auf dem Kerbholz haben und dass sie nicht ehrungswürdig sind." 

Mehr Nachrichten aus Landau