Rheinland-Pfalz
Gesundheitsamt Kaiserslautern meldet drei Fälle von Tuberkulose
Stand: 01.04.2025 18:11 Uhr
Die Kreisverwaltung Kaiserslautern und das Gesundheitsamt haben mittlerweile drei Fälle von Tuberkulose gemeldet. Darunter ein sechs Jahre altes Kind und eine Jugendliche.
Das Gesundheitsamt hat mittlerweile die Zahl der Tuberkulose-Fälle von zwei auf drei erhöht. Zwei Fälle seien in der Stadt und ein Fall im Landkreis Kaiserslautern. Alle drei Patienten seien in einem stabilen Zustand, heißt es am Dienstagabend.
Tuberkulose ist eine schwere, ansteckende Lungenkrankheit. Sie wird durch Bakterien verursacht und zum Beispiel durch Husten oder Niesen übertragen. Das Gesundheitsamt Kaiserslautern, das für Stadt und Kreis zuständig ist, wurde alarmiert. Von dort heißt es, dass es im Moment darum geht, herauszufinden, ob sich noch andere Menschen mit Tuberkulose angesteckt haben könnten.
Tuberkulose (TB)
Die Tuberkulose (TB), auch bekannt als "Schwindsucht" ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit. Sie wird durch Tuberkulosebakterien verursacht: Mycobakterien, die zum so genannten
Mycobacterium tuberculosis-Komplex gehören. Übertragen werden die Bakterien in der Regel durch das Einatmen von infektiösen Tröpfchenkernen (Aerosolen) von Mensch zu Mensch. Die Tuberkulose betrifft bevorzugt die Lunge, kann aber auch in anderen Organen auftreten.
Tuberkulose galt früher als "weiße Pest"
Die Tuberkulose existiert vermutlich seit Menschengedenken als weit verbreitete Erkrankung. Erste Beschreibungen der Symptome der Lungentuberkulose gab es schon bei Hippokrates (ca. 460-370 v. Chr.). Die zunehmende Industrialisierung und die damit verbundene wachsende Bevölkerungsdichte in den Städten führten im 18. und 19. Jahrhundert zu einem sprunghaften Anstieg der Tuberkulosefälle. So starb Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland jeder vierte erwachsene Mann an Tuberkulose. Die Krankheit wurde damals auch die "weiße Pest" genannt.
Wohl ein Drittel der Menschheit mit dem Tuberkulose-Erreger infiziert
In den industrialisierten Ländern sterben nur noch wenige Menschen an Tuberkulose - insbesondere durch gute hygienische Bedingungen und die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten.
Die Tuberkulose zählt dennoch neben Aids/HIV und Malaria weltweit immer noch zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind rund ein Drittel der Menschheit - das sind etwa zwei Milliarden Betroffene - mit dem Erreger infiziert. Davon erkranken 5-10 Prozent an aktiver Tuberkulose, Männer mehr als doppelt so häufig wie Frauen. Die überwiegende Mehrheit der Erkrankungen betreffen die armen Länder in Asien und Afrika.
Impfung gegen TB war ein medizinischer Durchbruch
Anfang des 20. Jahrhunderts konnten die französischen Wissenschaftler Albert Camette und Camille Guérin das krankheitsverursachende
Mycobakterium bovis auf einem
speziellen Nährboden züchten. Mit diesen abgeschwächten Bakterien gelang es den beiden Franzosen in den 1920er Jahren einen Tuberkulose-Impfstoff zu entwickeln. Nach seinen Entdeckern wurde der Lebend-Impfstoff
BCG (Bacillus Calmette-Guérin)-Impfstoff genannt.
Seit Ende des 20. Jahrhunderts (1998) empfiehlt die ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) für Deutschland allerdings keine Tuberkulose-Impfung mehr: Zum einen gibt es in Deutschland nur noch wenig Tuberkulose-Fälle und es kam in der Vergangenheit auch zu Komplikationen.
Gesundheitsamt Kaiserslautern sucht nach Kontaktpersonen
"Wir haben derzeit die Hoffnung, dass sich die Infektion in der Kita nicht weiter verbreitet hat“, sagt der Kreisbeigeordnete Peter Schmidt, der unter anderem für das Gesundheitsamt zuständig ist. Die Behörde in Kaiserslautern untersucht nun Menschen, die Kontakt zu dem Kind oder der Jugendlichen hatten, die infiziert sind. Das Ganze sei eine besondere Herausforderung, weil es so viele Kontaktpersonen gebe. Aber - Stand jetzt - seien noch keine weiteren Fälle bekannt.
Tuberkulose für Kinder gefährlich
Laut Gesundheitsamt und Kreisverwaltung Kaiserslautern kann bei Kindern eine Infektion mit Tuberkulose schwer verlaufen, sie sind aber oft nicht so ansteckend, wie Erwachsene. Das Kita-Kind habe aktuell leichte Tuberkulose-Symptome und werde von einem Arzt behandelt. Wie es der Jugendlichen und der anderen, dritten Person geht, wurde nicht mitgeteilt.
Mehr zum Thema Tuberkulose