
Brandenburg Rosneft-Anteile an PCK-Raffinerie bleiben unter Treuhand
Der Bund behält vorerst die Kontrolle über die deutschen Tochtergesellschaften des russischen Staatskonzerns Rosneft und ihre Anteile an der PCK-Raffinerie in Schwedt (Uckermark) und zwei anderen deutschen Raffinerien. Die Bundesregierung verlängert die 2022 begonnene Treuhandverwaltung um weitere sechs Monate, sie gilt seit Montag und bis zum 10. September 2025. Das hatte das Bundeswirtschaftsministerium am vorigen Donnerstag mitgeteilt.
"Für die Bundesregierung bleibt die Gewährleistung der Versorgungssicherheit zentral", erklärte der parlamentarische Staatssekretär Michael Kellner (Grüne). Die Verlängerung ermögliche es, an drei Raffineriestandorten weiter zu produzieren und Arbeitsplätze zu sichern.

Bund erwartet raschen Verkauf
An den russischen Staatskonzern Rosneft appellierte Kellner: "Wir erwarten jetzt einen zügigen Abschluss der Verkaufsverhandlungen der russischen Seite, Klarheit bei den Eigentumsverhältnissen ist wichtig für die Weiterentwicklung der Raffinerien." Rosneft habe glaubhaft dargelegt, dass ein Verkauf von Rosneft Deutschland aktiv betrieben werde.
Die deutschen Rosneft-Ableger halten rund 54 Prozent der Anteile an der wichtigen Raffinerie PCK, die weite Teile des Nordostens mit Sprit, Heizöl, Kerosin und chemischen Produkten versorgt. Darüber hinaus haben sie Minderheitsbeteiligungen an den Raffinerien Miro in Karlsruhe (Baden-Württemberg) und Bayernoil in Vohburg (Bayern). Insgesamt vereint Rosneft damit etwa zwölf Prozent der Kapazitäten zur Verarbeitung von Rohöl in Deutschland.
Die PCK raffinierte jahrzehntelang russisches Öl aus der Pipeline Druschba. Seit Anfang 2023 verzichtet Deutschland nach einer Entscheidung der Bundesregierung auf russisches Pipelineöl. Grund dafür ist der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine.
Inzwischen gibt es andere Bezugsquellen. Derzeit wird die PCK mit Rohöl internationaler Unternehmen und Händler beliefert. Eine Rückkehr zu russischem Öl ist nicht absehbar.
Sendung: Antenne Brandenburg, 06.03.2025, 17:00 Uhr