Archivbild: Die Tesla Gigafactory zur blauen Stunde, Grünheide. (Quelle: dpa/Eckel)

Brandenburg Gewerkschaft wirft Tesla Einschüchterung von Arbeitnehmern in Grünheide vor

Stand: 14.03.2025 19:40 Uhr

Tesla soll Mitarbeitende in Grünheide nach Krankschreibungen aufgefordert haben, Ärzte von ihrer Schweigepflicht zu entbinden und Diagnosen offenzulegen. Lohn soll in dem Zusammenhang zurückgefordert oder einbehalten worden sein.

Die Gewerkschaft IG Metall wirft der Geschäftsführung des Tesla-Werks in Grünheide (Oder-Spree) vor, die Belegschaft einzuschüchtern.
 
Konkret gehe es um die Anerkennung von Krankschreibungen, erklärte ein Sprecher der IG Metall: "Oft zweifelt Tesla in einem ersten Schritt rückwirkend Krankschreibungen von Beschäftigten an und fordert dazu auf, Diagnosen offenzulegen und die Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden." Dem rbb liegt ein entsprechendes Schreiben von Tesla an Mitarbeitende vor. Zuvor hatte das "Handelsblatt" berichtet.
 
Tesla wies die Vorwürfe am Freitag zurück und sprach von einer "Skandalisierung" seitens der IG Metall. Es gehe um Fälle, in denen unberechtigte Lohnfortzahlungen geleistet worden seien. Hinzu kämen Fälle, in denen das Bundesarbeitsgericht davon ausgehe, dass die Krankheit vorgeschoben sein könnte, so Tesla. Wenn Zweifel an der Richtigkeit der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bestünden, dürften die Arbeitgeber Beweise verlangen.

Produktion von Elektrofahrzeugen vom Typ Tesla Model Y im Werk der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
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IG Metall erkennt "unzulässige Einschüchterungen" gegen Krankgemeldete

In mehreren Fällen soll laut Gewerkschaft daraufhin der Lohn des Krankgemeldeten von Tesla einbehalten worden sein. "Nicht selten wird kein einziger Euro überwiesen", führte der IG-Metall-Sprecher aus. Häufig sei der Elektroautobauer noch auf die Beschäftigten zugegangen, mit der Aussage, eine "Überbezahlung" festgestellt zu haben, da der oder die Beschäftigte irrtümlich während der Fehlzeiten bezahlt worden sei. Die "Schulden" würden sie dadurch los, dass sie einen Aufhebungsvertrag unterzeichneten, heißt es.

Die IG Metall sieht darin "unzulässige Einschüchterungen". "Die vermeintlichen Überbezahlungen sind in fast allen Fällen nichts als haltlose Behauptungen", sagte Dirk Schulze, IG-Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. Die Fälle hätten zu einer Flut an Rechtsstreitigkeiten geführt. "Bei Tesla in Grünheide benötigen Mitglieder rund 21-mal so häufig den Rechtsschutz der Gewerkschaft wie im Durchschnitt der IG Metall", so der Gewerkschaftssprecher.
 
Die Anzahl der Fälle bezifferte Tesla auf circa ein Dutzend pro Monat - bei einer Belegschaft von rund 11.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

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Musk beklagt hohen Krankenstand

Tesla-Gründer Elon Musk hatte bereits vor Monaten den hohen Krankenstand der Belegschaft in Grünheide kritisiert. Im Herbst vorigen Jahres wurde von unangekündigten Besuchen der Tesla-Führung bei kranken Werksmitarbeitern berichtet. Auch diese Maßnahme kritisierte die Gewerkschaft scharf.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.03.2025, 14 Uhr