Symbolbild: Schüler einer zweiten Klasse einer Grundschule in München (Bayern) sitzen am 07.11.2024 während des Unterrichts in einem Kreis auf dem Boden des Klassenzimmers zusammen und melden sich. (Quelle: Picture Alliance/Matthias Balk)

Brandenburg Trotz Einstellungsstopp: Brandenburg will Lehramts-Referendaren weiterhin Jobs anbieten

Stand: 03.04.2025 18:56 Uhr

Das Bildungsministerium in Brandenburg hat angekündigt, vorerst keine Lehrkräfte mehr einzustellen. Das gilt aber offenbar nicht für frisch ausgebildete Referendare. Diese sollen auch weiterhin Angebote für eine Einstellung erhalten.

Das Brandenburger Bildungsministerium hat angekündigt, allen im Land Brandenburg grundständig ausgebildeten Referendarinnen und Referendaren auch zukünftig ein Einstellungsangebot unterbreiten zu wollen. Man sei sich seiner Verantwortung gegenüber den Lehrkräften sehr bewusst, teilt das Ministerium auf Anfrage von rbb|24 mit. Es reagierte damit auf vielfache Kritik an einem vorübergehenden Einstellungsstopp, den das Ministerium als Reaktion auf die Haushaltspläne für 2025/26 verhängt hatte.

Ein Schüler meldet am 27.08.2023 sich per Handzeichen, während eine Lehrerin vor einer digitalen Schultafel steht. (Quelle: Picture Alliance/Julian Stratenschulte)
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Mit dem Wissen, dass der nun vorgestellte Entwurf für einen Doppelhaushalt gegenüber dem Vorgängerhaushalt keine zusätzlichen Stellen für Lehrkräfte bereithalte, sei das Moratorium der richtige Weg, so das Ministerium weiter. Man wolle sich gemeinsam mit den Staatlichen Schulämtern zunächst einen aktuellen Überblick über Bedarf und Handlungsmöglichkeiten in der Stellenbesetzung verschaffen.
 
Das Bildungsministerium macht in seiner Stellungnahme erneut deutlich, dass es sich um ein temporäres Einstellungsmoratorium handele, nicht um einen prinzipiellen Einstellungsstopp.

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BSW beklagt "überzogene Reaktion"

Zuvor hatte es Kritik auch aus den Reihen der Regierungskoalition gegeben. Die BSW-Landtagsfraktion forderte Bildungsminister Freiberg (SPD) auf, die Stellenbesetzungsverfahren schnellstmöglich wieder aufzunehmen. Die Aussetzung der aktuellen Verfahren sei "eine überzogene Reaktion", erklärte der bildungspolitische Sprecher der BSW-Fraktion, Falk Peschel am Donnerstag. Aus haushaltsrechtlicher Sicht bestünden "keine Einschränkungen" für die Besetzung von rund 220 freien Stellen.
 
Neben dem ausbleibenden Aufwuchs bei den Lehrerstellen sieht der Haushaltsentwurf unter anderem vor, dass Lehrerinnen und Lehrer mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres am 1. Februar 2026 eine Stunde mehr pro Woche unterrichten sollen. Er soll in den kommenden Wochen im Parlament beraten und wahrscheinlich im Juni verabschiedet werden.

Sendung: rbb24 Inforadio, 03.04.2025, 18:30 Uhr