Ein trockener Fichtenast liegt auf dem trockenen Waldboden.

Baden-Württemberg Waldbrandrisiko und eingeschränkte Schifffahrt: So wirkt sich die Trockenheit auf BW aus

Stand: 03.04.2025 13:57 Uhr

Fast schon sommerliche Temperaturen sollen am Wochenende in BW herrschen. Doch kaum Regen und große Wärme haben Folgen für die Umwelt. Sogar Waldbrände sind nicht ausgeschlossen.

Der Rheinpegel ist niedrig, die Waldbrandgefahr teilweise hoch und die Landwirtschaft hofft auf mehr Niederschlag. Schon im vergangenen Monat war es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sehr trocken und warm. Und diese Wetterlage soll sich nun erst einmal fortsetzen.

23 Grad warm soll es beispielsweise am Samstag in Freiburg werden, wie der DWD berichtet. Damit schlittert die Stadt im Breisgau nur knapp an ihrem ersten Sommertag in diesem Jahr vorbei. Ab 25 Grad spricht man von einem solchen.

Damit reihen sich die aktuellen Wetteraussichten in den zurzeit herrschenden Trend ein. Denn schon im März war es für die Jahreszeit sehr trocken und warm. Laut DWD gab es im vergangenen Monat statt der erwarteten 70 Liter Regen pro Qudratmeter in Baden-Württemberg gerade einmal 25 Liter.

SWR-Meteorologe Thomas Ranft wies am Mittwoch im Wetterbericht der SWR Aktuell-Sendung darauf hin, dass auch in den nächsten Tagen nicht mit Regen zu rechnen ist:

Wetter in BW: Sonnenschein von früh bis spät

Trockenheit: Hohe Gefahr für Waldbrände

Gleichzeitig sei es mit einer Durchschnittstemperatur von 6,3 Grad deutlich wärmer gewesen als in den vergangenen Jahren. Laut DWD liegt die langjährige Durchschnittstemperatur im März in Baden-Württemberg nur bei 3,6 Grad. Die Kombination von hohen Temperaturen mit niedrigen Regen-Mengen wirkt sich besonders negativ auf die Wälder im Land aus.

Laut Vorhersage des Waldbrandgefahrenindex des DWD herrscht am kommenden Freitag unter anderem in Mannheim, Öhringen (Hohenlohekreis) Rheinstetten (Kreis Karlsruhe), Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) und Stuttgart Stufe vier von fünf auf der Risiko-Skala. Die Feuerwehr Eigeltingen im Kreis Konstanz musste bereits am Dienstag ausrücken, um glimmenden Waldboden zu löschen.

Immerhin wirke der Gefahr entgegen, dass das Pflanzenwachstum im Wald bereits beginnne und sich in den Wäldern dadurch nicht mehr nur trockenes Laub, sondern auch schon ein wenig Grün befinde, sagte ein DWD-Meteorologe. Zwar sei im März zu wenig Niederschlag gefallen, außergewöhnlich seien die hohen Gefahrenwerte aber nicht.

Wenig Wasser: Schiffe im Rhein müssen Ladung reduzieren

Die geringen Niederschlagsmengen wirken sich derweil auch auf die Schifffahrt im Rhein aus. Der Pegel bei Maxau in der Nähe von Karlsruhe liegt am Mittwoch laut Informationen der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) Baden-Württemberg bei 3,80 Metern. Damit liegt er noch deutlich über den niedrigsten Werten, die dort bislang gemessen wurden - 2018 lag der Pegel beispielsweise nur noch bei 3,11 Metern. Doch die Tendenz ist aktuell fallend.

Schaut man weiter in Richtung Mittelrhein, sieht die Lage schon schlechter aus. Ein wichtiger Pegelstand, der sich auf die ganze Schifffahrt von Mainz bis Basel auswirkt, ist der Pegel Kaub in Rheinland-Pfalz. Für den Schiffsverkehr ist das - auch in Richtung Baden-Württemberg - ein Nadelöhr. Laut der Schifffahrtsverwaltung Rhein (WSV) liegt der Pegel dort zurzeit bei 1,05 Metern. Je nach Schiffsgröße könne das bis zu 40 Prozent weniger Ladung bedeuten.

Bis zu einem Pegelstand von 77 Zentimetern sei eine Fahrrinnentiefe von 1,90 Metern garantiert. Laut der 14-Tage-Vorhersage der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz könnte dieser Pegelstand in den nächsten zwei Wochen erreicht werden.

Lage in der Landwirtschaft ist noch entspannt

In der Landwirtschaft ist die Lage aufgrund der Trockenheit aktuell noch nicht dramatisch. "Wir sind in Baden-Württemberg besser weggekommen als im bundesweiten Durchschnitt", sagt Dominik Modrzejewski, Referent für pflanzliche Erzeugnisse und erneuerbare Energien beim Landesbauernverband Baden-Württemberg.

Aktuell profitierten die Landwirte noch vom feuchten Januar. "Aber wenn es jetzt die nächsten Wochen nicht regnet, kann sich das natürlich wieder sehr schnell drehen", erklärt Modrzejewski auf SWR-Nachfrage. Gerade bei den Kulturpflanzen, die jetzt gesät würden, sei ausreichender Niederschlag für das Wachstum wichtig.

Sendung am Mi., 2.4.2025 18:00 Uhr, SWR Aktuell Nachrichten

Mehr zur Trockenheit in Baden-Württemberg