Gewinneinbruch bei Friedrichshafener Zeppelin-Konzern. Baggger verschiebt Erdreich auf Tagebau-Gelände.

Baden-Württemberg Friedrichshafen: Gewinneinbruch bei Zeppelin-Konzern

Stand: 02.04.2025 16:09 Uhr

Der Baumaschinenhändler Zeppelin GmbH mit Sitz in Friedrichshafen hat vergangenes Jahr einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Auch der Konzernumsatz ging zurück.

Weniger Gewinn und weniger Umsatz - das ist die Bilanz von Zeppelin im abgelaufenen Geschäftsjahr. Der Konzern ist weltweit einer der größten Händler von Baggern, Teermaschinen und anderen Baufahrzeugen. Außerdem verkauft das Unternehmen Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung und vermietet Baustellenzubehör.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr verdiente Zeppelin damit weniger Geld. Der Gewinn vor Steuern ging im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Er sank um 30 Prozent auf 108 Millionen Euro. Der Konzernumsatz betrug 3,8 Milliarden - ein Minus von 3 Prozent.

Das Geschäftsjahr 2024 war für uns ein herausforderndes Jahr. Matthias Benz, Vorsitzender der Zeppelin-Geschäftsführung

Zeppelin-Bilanz: Inflation und Zinsniveau belasten das Geschäft

Bei der Bilanz vor einem Jahr hatte Zeppelin noch das zweitbeste Geschäftsjahr der Konzerngeschichte verkündet. Die Ursachen für das aktuelle dicke Minus sind vielfältig. Sie liegen nach Angaben des Unternehmens unter anderem in den weltweiten politischen Krisen. "Das Geschäftsjahr 2024 war für uns ein herausforderndes Jahr", sagt Matthias Benz, der Vorsitzende der Geschäftsführung. Die Inflation und das Zinsniveau seien immer noch spürbar: Kunden kauften deswegen weniger Baumaschinen bei Zeppelin.

Trotz schlechter Geschäfte hat Zeppelin vergangenes Jahr die Händlergebiete des Baumaschinenhändlers Pon Holdings übernommen. Damit ist der Konzern aus Friedrichshafen nun auch in Norwegen und den Niederlanden auf dem Markt vertreten. Durch diese Übernahme will Zeppelin den Umsatz in diesem Jahr auf 5 Milliarden Euro steigern. Das wäre ein Plus von rund 25 Prozent.

Logo des Zeppelin Konzerns aus Friedrichshafen. Dieser verzeichnet in seiner Bilanz für 2024 einen Gewinneinbruch.
Der Zeppelin Konzern
Die Zeppelin GmbH vertreibt Bau- und Landmaschinen - unter anderem der US-Marke Caterpillar. Zudem ist der Konzern im Anlagenbau tätig und bietet Antriebssysteme etwa für die Öl- und Gasindustrie. Die Konzernzentrale von Zeppelin liegt in Garching bei München, der juristische Sitz in Friedrichshafen. Der Zeppelin Konzern ist weltweit ist nach eigenen Angaben in 26 Ländern vertreten und beschäftigt insgesamt rund 10.500 Menschen.

Zeppelin blickt optimistisch in das Jubiläumsjahr

Mit mehr Aufträgen rechnet Zeppelin in den Bereichen Bergbau sowie Straßen- und Wohnungsbau. Hier seien die Aussichten positiv. Falls sich die Erwartungen der Geschäftsführung erfüllen, könnte Zeppelin in seinem Jubilläumsjahr wieder in die Gewinnzone kommen. Vor 75 Jahren wurde das Unternehmen gegründet - damals noch unter dem Namen "Metallwerke Friedrichshafen".

Sendung am Mi., 2.4.2025 12:30 Uhr, SWR4 BW Studio Friedrichshafen

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