
Baden-Württemberg Familie speichert Solarstrom mit Wasserstoff im eigenen Garten
Familie Echle in Dornhan-Fürnsal (Kreis Rottweil) tankt gerne Sonne - im wahrsten Sinne des Wortes: Mit Solarstrom erzeugt das Ehepaar eigenen Wasserstoff als Energiespeicher.
Was macht eine Familie, die die Kraft der Sonne das ganze Jahr hindurch nutzen will? Ohne Unterbrechung in der dunklen Jahreszeit? Ganz einfach: sie fängt sie ein und verwandelt sie in Wasserstoff. Das Ehepaar Echle aus Dornhan-Fürnsal (Kreis Rottweil) macht das bereits seit einiger Zeit so.
Albert Echle ist ein "Macher" und fackelt nicht lange. "Was ich mir mal in den Kopf gesetzt habe, das setze ich dann auch um", sagt er über sich selbst und lacht. So war das eben auch mit der eigenen Wasserstoffanlage.
Was ich mir in den Kopf gesetzt habe, setze ich dann auch um. Albert Echle, Hausbesitzer in Dornhan
Wasserstoff-Technologie wird genutzt
Als das Ehepaar das Haus im Dornhaner Ortsteil Fürnsal übernommen hat, war klar, dass so umweltschonend und klimaneutral wie nur möglich renoviert werden soll. Und modernisiert! In der Wasserstoff-Technologie sieht der passionierte Heimwerker Echle die zukunftsweisende Stromversorgung.
Im Grunde ist die Gewinnung von Wasserstoff recht simpel: In einem sogenannten Elektrolyseur wird ganz normales Trinkwasser in die Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff getrennt. Dafür braucht es Strom. Der wird über Solarzellen gewonnen. Der Wasserstoff wird dann in speziellen Tanks gespeichert. Später, bei Bedarf, kann der Wasserstoff dann über eine Brennstoffzelle mit Sauerstoff wieder zu Wasser verbunden werden. Bei diesen elektrochemischen Vorgängen entsteht dann wieder Strom.
Die Technik denkt mit - Speichern und Strom nach Bedarf
Dahinter steckt freilich modernste Technologie. Die kann sogar noch mehr, denn die Anlage denkt quasi mit. Zum einen "weiß" die Anlage, wann die beste Zeit ist, Wasserstoff zu produzieren - und umgekehrt, wann der Wasserstoff wieder zu Strom gemacht werden sollte. Dafür wertet das System die tatsächlichen Hausverbräuche aus und nutzt für den zu erwartenden Strombedarf zusätzlich sogar die Wettervorhersage.
Soviel Technik hat natürlich ihren Preis. Rund 90.000 Euro haben Alfred Echle und seine Frau Johanna in die Wasserstoffanlage investiert. Das ist deutlich mehr Geld, als eine konventionelle Photovoltaik-Anlage gekostet hätte. Dennoch sind die Echles von der Technologie überzeugt.
Sonne bestimmt den Rhythmus
Rechnerisch kann der Wasserstoffspeicher im Garten der Echles Strom für bis zu 90 Tage liefern. Vor allem in der dunklen Jahreszeit gibt das natürlich Sicherheit. Um von Wasserstoffproduktion auf "Stromlieferung" umzuschalten, braucht die Anlage allerdings eine gewisse Zeit. Für Spitzenlasten gibt es daher spezielle Batterien, die Strom vorhalten. Große "Stromfresser" würden die Batterien aber schnell leer saugen.
Stromverbrauch wird an Sonnenschein angepasst
Daher laden die Echles zum Beispiel ihre E-Autos bevorzugt bei Sonnenschein auf. Und auch die Waschmaschine läuft stets dann, wenn es die Sonne hergibt. "Den festen Waschtag in der Woche gibt es bei uns schon lange nicht mehr", sagt Johanna Echle und ergänzt: "Am schonendsten für die Umwelt ist es ohnehin, so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen!"