Mitglieder des chinesischen Rettungsteams befreien in Mandalay einen männlichen Überlebenden aus einem Hotel.

Erdbeben in Myanmar Militärjunta erklärt vorübergehende Waffenruhe

Stand: 02.04.2025 16:54 Uhr

Der Bürgerkrieg hat Helfern den Einsatz in Myanmar nach dem Erdbeben zusätzlich erschwert. Nun ruft die Militärjunta eine Waffenruhe aus, um die Arbeiten zu erleichtern. Nach fünf Tagen konnte noch ein Mann aus den Trümmern gerettet werden.

Fünf Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Myanmar hat die Militärjunta eine vorübergehende Waffenruhe im Kampf gegen Milizen vom 2. bis 22. April angekündigt. Dadurch solle die Erdbebenhilfe erleichtert werden, erklärte das Oberkommando des Militärs dem Staatsfernsehen zufolge. Zuvor hatten bereits bewaffnete Gruppen, die gegen die Militärjunta kämpfen, einseitige Waffenstillstände ausgerufen.

Im Staatsfernsehen hieß es, bewaffnete ethnische Gruppen und lokale Milizen müssten von Angriffen auf staatliche Sicherheitskräfte und Militärstützpunkte absehen. Sie dürften sich nicht organisieren, Kräfte sammeln oder ihr Territorium ausdehnen. Sollten sie sich nicht an diese Bedingungen halten, werde die Armee die notwendigen Maßnahmen ergreifen.

Mann nach fünf Tagen lebend gerettet

Die andauernden Kämpfe im vom Bürgerkrieg gebeutelten Land hatten auch die Arbeit von Helfern im Katastrophengebiet immer wieder erschwert.

Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen weiter. Nach Angaben der Militärjunta wurden mittlerweile 3.003 Leichen gefunden. Mehr als 4.600 Menschen wurden demnach verletzt, etwa 370 werden noch vermisst. Junta-Chef Min Aung Hlaing hatte bereits gestern erklärt, dass es für die Verschütteten kaum noch Hoffnung gebe. 

Doch es gibt auch Ausnahmen: Fünf Tage nach den Erdstößen wurde der Militärjunta zufolge ein 26-Jähriger lebend in den Trümmern eines Hotels gefunden. An seiner Rettung sollen türkische Einsatzkräfte beteiligt gewesen sein. Am Dienstag war eine ältere Frau nach mehr als 90 Stunden lebend in den Trümmern eines Gebäudes gefunden worden.

Beben der Stärke 7,7

Hilfsorganisationen zufolge könnte die Zahl der Vermissten noch viel höher sein, als die offiziellen Statistiken vermuten lassen. Wegen des anhaltenden Konflikts, Kommunikationsausfällen und Zugangsbeschränkungen sei es noch immer schwierig, das volle Ausmaß der Schäden und des medizinischen Bedarfs zu ermitteln, teilte die Organisation Ärzte ohne Grenzen mit. Zudem sei bislang noch wenig über die Situation in weiter entlegenen Gebieten bekannt. 

Das Beben der Stärke 7,7 hatte am Freitag vor allem die zweitgrößte Stadt Mandalay, die Region Sagaing und die Hauptstadt Naypyidaw erschüttert.

Hilfe per Luftbrücke

Unterdessen hat die Europäische Union für Myanmar per Luftbrücke Hilfe auf den Weg gebracht. Die EU-Kommission kündigte in Brüssel den Start eines ersten Fluges von Kopenhagen aus an.

Die Lieferung mit 80 Tonnen Hilfsgütern wie Zelten, Wasser und Medizinprodukten soll an das UN-Kinderhilfswerk Unicef übergeben geben.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. April 2025 um 17:29 Uhr.