
Oscar-Verleihung 2022 Von Netflix-Western und Neuverfilmungen
Die Oscar-Nominierungen sind raus: Dabei liegt die Netflix-Produktion "The Power of the Dog" vorn. Doch auch Neuverfilmungen wie "Dune" und "West Side Story" haben Chancen. Deutschland könnte bei der Filmmusik punkten.
In diesem Jahr ein Gespür für die Favoriten zu entwickeln war noch schwieriger als sonst. Die Verleihung der Golden Globes fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und die Critic Choice Awards sind auf März verschoben. Es gab also keine TV-Show, die die Juroren der Oscar Academy hätte beeinflussen können.
Aus deutscher Sicht gibt es gute und schlechte Nachrichten. Die Tragikomödie "Ich bin Dein Mensch" von Maria Schrader ist bei den Nominierungen für den Filmpreis leer ausgegangen. Sie kam nicht in die Oscar-Endrunde und unterlag unter anderem Produktionen aus Japan, Finnland und Italien.
Zuletzt hatte 2007 mit dem Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" ein deutscher Film einen Auslands-Oscar gewonnen.
Zwölfte Nominierung für Komponisten Hans Zimmer
Die Filmmusik für "Dune" des kanadischen Regisseurs Denis Villeneuve könnte bald Oscar Nummer Zwei für den Komponisten Hans Zimmer bedeuten. Der gebürtige Frankfurter ist bereits zum zwölften Mal für den Filmpreis nominiert worden.
Auch der Spezialeffekte-Künstler Gerd Nefzer könnte einen weiteren Oscar holen. Er arbeitete an den bildgewaltigen Szenen von "Dune" mit. Der gebürtige Schwabe gewann bereits 2018 für "Blade Runner 2049" eine der begehrten Trophäen.
Netflix-Western als großer Favorit
"Dune" wurde in gleich zehn Kategorien aufgestellt und liegt damit hinter dem Netflix-Western "The Power Of The Dog", der mit seinen zwölf Nominierungen als großer Favorit in das diesjährige Oscar-Rennen geht.
Oscar-Hoffnungen kann sich auch die neuseeländische Regisseurin von "The Power Of The Dog", Jane Campion, machen. Anwärter sind ebenso die Schauspieler Benedict Cumberbatch umd Jesse Plemons - die beiden spielen zwei Brüder, die in den 1920er-Jahren gemeinsam eine Ranch in Montana betreiben.
Ein Klassiker neu aufgelegt
Zu den Favoriten für den besten Film gehört in diesem Jahr auch die Musical-Neuverfilmung von "West Side Story", die in sieben Kategorien aufgestellt wurde. Regie-Legende Steven Spielberg ist eine atemlose und zugleich liebevolle Verfilmung des Klassikers gelungen.
Der britische Schauspieler und Regisseur Kenneth Branagh hat in dem in ruhigen, schwarz-weißen Bildern gehaltenen Drama "Belfast" seine Kindheitserinnerungen aus den 1960er-Jahren aufleben lassen. Auch sein Film ist in sieben Kategorien nominiert, unter anderem als bester Film.
Die 94. Verleihung der Oscars findet am 27. März in Los Angeles statt.