
Kämpfe in Gaza-Stadt Israel weitet Bodenoffensive im Norden Gazas aus
Israel will eine "Sicherheitszone" im Gazastreifen schaffen. Deshalb greift die Armee weiter im Norden des Küstengebiets an. Dabei seien mehrere Hamas-Kämpfer getötet worden. Auch im Libanon kam offenbar ein Kommandeur bei einem Angriff ums Leben.
Israels Militär weitet seine Bodenoffensive im Norden des Gazastreifens aus, nach eigenen Angaben, um eine größere Pufferzone entlang der Grenze zu schaffen. In den vergangenen Stunden habe man damit begonnen, im Viertel Schedschaija in Gaza-Stadt Einsätze durchzuführen, um die "Sicherheitszone" zu erweitern, teilte die Armee am Morgen mit.
Dabei seien zahlreiche Terroristen getötet und Infrastruktur der islamistischen Hamas zerstört worden, darunter eine Kommandozentrale der Terrororganisation. Vor und während der Angriffe ermögliche die Armee die Evakuierung von Zivilisten über vom Militär organisierte Routen, hieß es vom israelischen Militär.
Zu möglichen zivilen Opfern machte die israelische Armee keine Angaben. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Behörden im Gazastreifen gab es in den vergangenen 24 Stunden Dutzende zivile Opfer. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.
Weite Gebiete sollen israelische "Sicherheitszonen" werden
Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor eine deutliche Ausweitung der Einsätze angekündigt. Ziel sei es, "das Gebiet von Terroristen und Terror-Infrastruktur zu säubern". Darin war auch die Rede von der Eroberung umfangreicher Gebiete, die israelische "Sicherheitszonen" werden sollten.
Auch im Süden des Gazastreifens weitet die Armee ihre Einsätze aus. Kämpfe gab es in der Gegend um die Stadt Rafah.
Offenbar viele Tote nach Angriffen in Chan Yunis
Bei einem neuen israelischen Angriff auf eine Klinik in Chan Yunis sind nach Krankenhausangaben mindestens 17 Menschen getötet worden. 16 weitere seien bei einem Luftangriff auf ein dreistöckiges Haus in dem Ort verletzt worden, berichteten Klinikmitarbeiter.
Reporter der Nachrichtenagentur AP konnten sehen, wie die Leichen weggetragen wurden. Auch Stunden später suchten Helfer und Angehörige unter den Trümmern nach weiteren Toten und Überlebenden.
Die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde meldete unterdessen 86 Tote bei Kämpfen und Angriffen im Gazastreifen binnen 24 Stunden. Die Angaben unterscheiden nicht zwischen Zivilisten und Hamas-Mitgliedern und lassen sich derzeit ebenfalls nicht unabhängig überprüfen.
Hamas-Kommandeur im Libanon getötet
Zudem ging die Armee im nördlichen Nachbarland Libanon gegen Islamisten vor. Bei einem Luftangriff im Südlibanon wurde laut palästinensischen Angaben ein hochrangiger Vertreter der Hamas, Hassan Farhat, getötet. Der Angriff in der Stadt Sidon habe die Wohnung getroffen, in der sich der Mann und seine beiden erwachsenen Kinder befunden hätten, berichten Medien. Auch der Sohn und die Tochter wurden demnach getötet.
Auch weitere Häuser, Geschäfte und Fahrzeuge in dem dicht besiedelten Stadtteil wurden demnach beschädigt. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von einem "feindlichen Drohnenangriff" auf ein Wohngebäude, bei dem drei Menschen getötet worden seien. Demnach ereigneten sich zwei aufeinanderfolgende Explosionen, die zu einem "Brand und erheblichen Schäden" führten.