Soldaten und Panzer der iranischen Armee bei einer militärischen Übung im Nordosten des Iran.

Laut Medienberichten Iran zieht Militärpersonal aus dem Jemen ab

Stand: 04.04.2025 07:17 Uhr

Das US-Militär fliegt verstärkt Angriffe gegen die mit dem Iran verbündeten Huthi im Jemen. Einem Medienbericht zufolge zieht der Iran deshalb jetzt Militärpersonal aus dem Jemen ab.

Der Iran zieht einem Medienbericht zufolge Militärpersonal aus dem Jemen ab. Die Führung des Landes habe wegen der verstärkten US-Luftangriffe auf die mit Teheran verbündete Huthi-Miliz sein eigenes Militärpersonal angewiesen, den Jemen zu verlassen, zitierte die britische Zeitung Telegraph einen ranghohen iranischen Beamten.

Der Schritt ziele darauf ab, eine direkte Konfrontation mit den USA zu vermeiden. Die islamische Republik fahre die Unterstützung für ihre "Stellvertreter" in der Region zurück, um sich auf die direkten Bedrohungen durch die Regierung von US-Präsident Donald Trump zu konzentrieren, wurde der Beamte weiter zitiert. Trump hatte dem Iran damit gedroht, dass jeder Schuss, der von den Huthi abgefeuert werde, künftig als Angriff des Iran selbst angesehen werde. Die Miliz gehört mit der libanesischen Hisbollah und der palästinensischen Hamas zur sogenannten Widerstandsfront des Iran gegen den Erzfeind Israel.

USA erhöhen Druck auf Teheran

Trump drohte dem Iran zudem mit massiven Bombardierungen, sollte Teheran einem neuen Abkommen zur Begrenzung seines Atomprogramms nicht zustimmen. Direkte Verhandlungen mit der US-Regierung lehnte Teheran ab. Die US-Nachrichtenseite Axios meldete kürzlich, das Weiße Haus denke aber über Irans Vorschlag für indirekte Gespräche in Oman nach.

Einem in Israel zitierten Bericht des arabischen Senders Sky News Arabia zufolge haben sich beide Seiten nun angeblich darauf geeinigt. Iranischen Quellen zufolge sollen die Gespräche in den nächsten drei Wochen in Oman beginnen. Zugleich baut das Pentagon seine Streitkräfte in der Region laut US-Medien rapide aus.

USA verlegen Flugzeugräger in den Nahen Osten

Trump wolle keinen Krieg mit dem Iran, benötige aber die militärischen Mittel, um handlungsbereit zu sein, sollten die Verhandlungen scheitern und die Dinge schnell eskalieren, zitierte Axios einen US-Beamten. So schickte das Pentagon laut US-Medien mehrere B-2 Tarnkappenbomber zum Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean.

Zudem verlegen die US-Streitkräfte einen weiteren Flugzeugträger in die Region. Die in Asien stationierte "USS Carl Vinson" werde voraussichtlich in zwei Wochen im Nahen Osten eintreffen, wo sich seit dem Herbst bereits der Flugzeugträger "USS Harry S. Truman" befindet, wie das Wall Street Journal berichtete. Hinzu kämen mit Marschflugkörpern ausgerüstete Zerstörer und andere Kriegsschiffe, die Angriffen gegen die Huthi im Jemen und zur Abschreckung des Iran dienten. Das sei aber keine Vorbereitung eines bevorstehenden Angriffs auf den Iran, zitierte die Zeitung zwei US-Beamte.

Sorge vor Atomwaffen im Iran

Die US-Regierung und andere westliche Staaten einschließlich Israel wollen verhindern, dass die von schiitischen Geistlichen beherrschte Islamische Republik eigene Atomwaffen entwickelt. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot befürchtet eine militärische Konfrontation, wenn es nicht zu einem neuen Atomabkommen mit Teheran kommt.

Es blieben nur noch wenige Monate, bis das 2015 geschlossene Abkommen auslaufe, in dem der Iran sich verpflichtete, sein Atomprogramm stark einzuschränken, sagte Barrot in dieser Woche.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. April 2025 um 08:41 Uhr.